"ganztägige Abschlussübung" am 29.10.

Am Samstag, den 29. Oktober, fand die Abschlussübung der Jugendfeuerwehr Altheim statt. Um 10.00 Uhr trafen sich die Jugendfeuerwehr-Einsatzkräfte zum Berufsfeuerwehrtag und traten ihren Dienst an.

Nach der Vorstellung der Fahrzeugaufteilung stand zunächst die Fahrzeug- und Gerätekunde auf dem Plan, damit die Jugendlichen auf eventuell anstehende Übungseinsätze vorbereitet sind. Um 11.00 Uhr wurde der erste Theorieunterricht durchgeführt. Dabei ging es um tragbare Feuerlöscher, die später auch noch tatsächlich zu Übungszwecken eingesetzt werden sollten. Nicht lange nach Unterrichtsbeginn ertönte das Alarmsignal zum ersten Mal. Die Jugendfeuerwehrleute sind zügig zu den Fahrzeugen geeilt und rückten zu dem Einsatz aus. Gemeldet war ein bestätigtes Feuer im Münsterer Ortsteil Breitefeld. Dort angekommen wurde über das TLF ein Brandangriff aufgebaut und das Feuer unter Kontrolle gebracht. Die Besatzung des LF 8, LF 8/6, GW-N und des MTF blieben in Bereitstellung. Als das Feuer gelöscht war begann vor Ort der  nächste Programmpunkt. Der Einsatz von Feuerlöschern wurde geübt. In Schuttmulden wurde dafür ein kontrolliertes Feuer entfacht und jedes Jugendfeuerwehrmitglied konnte seine Löschkünste unter Beweis stellen. Auf einmal ertönte eine Durchsage, die den Anwesenden klar machte, dass ein neuer Einsatz gemeldet wurde. Die Fahrzeugbesatzungen saßen auf den jeweiligen Einsatzfahrzeugen auf. Einsatzort war der angrenzende ehemalige Bahnhof des Muna-Militärgeländes. Gemeldet waren mehrere vermisste Personen im Gebäude. Fahrzeugweise teilte man sich auf, um die einzelnen Gebäudetrakte abzusuchen und die vermissten Personen zu retten. Drei Personen wurden schnell gefunden und übungsmäßig dem Rettungsdienst übergeben.

Nach Beendigung des Einsatzes fuhren die Einsatzkräfte wieder zurück ans Feuerwehrhaus in Altheim, wo sie schon das Mittagessen – Würstchen und Brot – erwartete. Nach der Mittagspause stand als nächster Programmpunkt die Vorführung mehrerer Druckgefäßzerknalle und Fettexplosionen auf dem Plan. Doch dazu sollte es nicht kommen. Alle konnten zwar etwas essen, aber der Nachtisch hatte die Form eines neuen Einsatzes. Alarmiert wurde ein Verkehrsunfall in der Babenhäuser Straße, nahe der Firma Gresser. An der Einsatzstelle angekommen fanden die Einsatzkräfte eine weiträumige Einsatzstelle mit zwei verunfallten Fahrzeugen vor. Bei dem einen Unfallfahrzeug wurde eine verletzte Person im und eine Person unter dem Fahrzeug vorgefunden. Bei dem anderen Fahrzeug wurden zu einer verletzten Person im Innenraum auch auslaufende Gefahrstoffe vor dem Fahrzeug gefunden. Die angerückten Einsatzkräfte teilten sich auf. Einige kümmerten sich um die Menschenrettung der beiden Personen am vorderen Fahrzeug und die anderen Jugendfeuerwehrmitglieder kümmerten sich zunächst um die Beseitigung des Gefahrguts und anschließend um die Menschenrettung des dritten Verunfallten. Schon bald waren die Aufgaben erledigt und die Rückfahrt zur Wache konnte angetreten werden.

Dann aber wurde der Programmpunkt mit dem Druckgefäßzerknall und der Fettexplosion durchgeführt. Mittels der gebauten Vorrichtung, die die Deo- und Haarspray-Dosen in der Flamme eines Gasbrenners fixiert, wurden die Dosen erhitzt, der Treibmittelinhalt somit ausgedehnt und die Flasche an ihre Grenzen und – darüber hinaus – zum Explodieren bzw. Bersten gebracht. Dies wurde mehrfach durchgeführt. Danach erhitzten die Ausbilder mittels einer weiteren Vorrichtung Fritteusenfett in einem Topf. Als dieses dann ausgedampft hat, konnte es durch eine Flamme entzündet werden. Aus sicherer Entfernung wurde durch einen angebrachten Seilzug ein Behälter mit Wasser zum Kippen gebracht und so das Wasser in das brennende Fett geleert. Dabei mischt sich das Wasser, welches schwerer ist als Fett, unter das Fett und da es in dem Topf so heiß ist, beginnt es gleich zu verdampfen. Dabei reißt es brennende Fettpartikel mit sich und formt sich so zu einer riesigen Wolke aus Wasserdampf und brennendem Fett. Schon auf dem freien Gelände am Feuerwehrhaus war die Hitze zu spüren. Doch wenn dies erst in einer Küche geschieht, kann die brennende Wolke nicht nach oben entweichen und schnell steht die ganze Küche in Brand. Auf die Gefahren, die von Spraydosen und brennendem Fett ausgehen, wurden die Jugendfeuerwehrmitglieder damit eindringlich hingewiesen.

Gegen 15.30 Uhr wurde noch einmal ein Theorieunterricht durchgeführt. Sprechfunk in zwei Gruppen stand auf dem Programm. Funkgeräte und das richtige Funken wurde hier gelehrt. Dies ging so lange, bis gegen viertel nach vier der Alarm auslöste. „Feuer neben dem Kindergarten“ Wurde gemeldet. Alle Fahrzeuge rückten zur Einsatzstelle aus. Die Besatzung des LF 8/6 kümmerte sich um die Brandbekämpfung. Währenddessen die anderen Fahrzeugbesatzungen mit der Personensuche im verrauchten Kindergarten begannen. Während das Feuer mit drei C-Mehrzweckstrahlrohren unter Kontrolle und kurz darauf gelöscht war, wurden die vermissten Personen aus dem Gebäude gerettet.

Nach Beendigung des Einsatzes fuhren alle Fahrzeuge ans Münsterer Feuerwehrhaus, um die Materialen wieder aufzufüllen und die Fahrzeuge innen und außen sauber zu machen. Danach wartete im Altheimer Feuerwehrhaus noch das Abendessen und eine Abschlussbesprechung auf die Floriansjünger. Gegen 19.00 Uhr war der ereignisreiche Tag damit beendet.